Sticken oder drucken — was zu deinem Motiv passt.
Besser ist keins der Verfahren — jedes kann etwas, was die anderen nicht können. Welches zu dir passt, entscheiden vier Dinge: das Motiv, das Textil, die Wäsche und die Stückzahl. Hier gehe ich sie der Reihe nach durch.
Drei Verfahren, kurz erklärt
Wer bei Textilien „drucken“ sagt, meint oft ganz verschiedene Dinge. Hier geht es um drei davon: die zwei, die ich anbiete, und eins, das in Vorbereitung ist.
- Sticken: Die Stickmaschine bringt das Motiv mit Garn auf den Stoff, Stich für Stich. Grundlage ist eine Stickdatei, also die Anweisung für die Maschine, wo jeder Stich sitzt. Sie wird einmal aus deinem Motiv gemacht.
- Plotten mit Flex oder Flock: Ein Schneideplotter schneidet das Motiv aus farbiger Folie. Dann wird entgittert, also alles überschüssige Material von Hand abgezogen, und die Folie mit Hitze und Druck aufgepresst. Flex ist glatt und dünn, Flock hat eine samtige Oberfläche. Oft heißt das Flexdruck, gedruckt wird dabei aber nichts.
- DTF (Direct to Film): Das Motiv wird farbig auf eine Trägerfolie gedruckt, mit einem Klebepulver versehen und dann mit Hitze auf das Textil übertragen. DTF ist bei mir in Vorbereitung, einen Termin gibt es noch nicht.
Das Motiv entscheidet zuerst
Ein Logo mit klaren Formen und wenigen Farben ist gestickt gut aufgehoben. Die Stickerei hat Struktur und einen leichten Glanz — man sieht und fühlt, dass sie aus Garn ist.
Namen, Nummern und Schriftzüge gehören meist in Folie. Die Kanten werden scharf, und jeder Name darf anders sein, ohne dass sich am Ablauf etwas ändert. Auch große Motive über den ganzen Rücken sind in Folie besser aufgehoben. Gestickt würden sie schwer und steif.
Fotos, Farbverläufe und Motive mit vielen Farben sind die Stelle, an der Garn und geschnittene Folie aufhören. Garn hat pro Faden eine Farbe, und beim Sticken wird es bei vielen Farben aufwendig. Bei Folie ist jede Farbe eine eigene Schicht, die einzeln geschnitten und gepresst wird. Solche Motive sind der Fall für DTF. Bis es so weit ist, sage ich dir, ob sich dein Motiv so vereinfachen lässt, dass es mit Garn oder Folie gut aussieht.
| Dein Motiv | Sticken | Plotten (Flex & Flock) | DTF (in Vorbereitung) |
|---|---|---|---|
| Firmenlogo, das jahrelang gewaschen wird | passt | geht auch | lieber nicht |
| Vereinswappen, das jede Saison gleich aussieht | passt | geht auch | geht auch |
| Name und Rückennummer auf dem Trikot | geht auch | passt | geht auch |
| Ein einziges Stück | geht auch | passt | geht auch |
| Motiv mit Farbverlauf oder Foto | lieber nicht | lieber nicht | passt |
| Viele Farben | lieber nicht | lieber nicht | passt |
| Haarfeine Linien und Stege | lieber nicht | lieber nicht | passt |
| Große, vollflächige Motive auf dem Rücken | lieber nicht | passt | passt |
DTF steht für Direct to Film: Ein Motiv wird auf Folie gedruckt und aufgepresst — damit gehen Fotos und Verläufe. Das Verfahren ist in Vorbereitung.
Das Textil entscheidet mit
Sticken braucht Stoff, der die Stiche trägt: Polos, Hemden, Jacken, Fleece, Sweatshirts, Caps. Auf dünnen, stark dehnbaren Funktionsshirts kann sich der Stoff um eine Stickerei zusammenziehen. Dort passt Folie, weil sie leicht ist und sich mit dem Stoff dehnt. Für Nummern auf Trikots nehme ich deshalb meistens Flex.
Einsatzkleidung, die schützt, bleibt unangetastet — egal mit welchem Verfahren. Einsatzjacken und -hosen der Feuerwehr sind geprüfte Schutzausrüstung. Namenszüge kommen dort auf die Klettstreifen, die der Hersteller dafür vorsieht, und die lassen sich besticken.
Die Wäsche entscheidet, wie lange es gut aussieht
Eine Stickerei ist unempfindlich. Sie wird gewaschen wie das Textil selbst, bügeln geht auch. Gestickt hält, was jede Woche in die Waschmaschine geht: Arbeitskleidung, Kochjacken, Vereinsjacken.
Folie will etwas mehr Rücksicht: auf links waschen, nie direkt auf die Folie bügeln, kein Weichspüler, kein Trockner. Das ist kein Aufwand, man muss es nur wissen. Warum das so ist, steht im Ratgeber Flex oder Flock.
Stückzahl und Nachbestellung
Beides geht ab einem Stück. Der Unterschied liegt in der Stickdatei: Sie entsteht beim ersten Auftrag und wird einmal berechnet. Bei einem einzigen Stück trägt dieses Stück sie allein. Bei jeder weiteren Bestellung fällt sie nicht mehr an, weil sie in der Werkstatt hinterlegt bleibt — und die Nachbestellung sieht genauso aus wie die erste. Das passt zu allem, was über Jahre gleich aussehen soll, etwa zur Arbeitskleidung eines Betriebs (Für Betriebe).
Beim Plotten gibt es keine Stickdatei und keinen Aufschlag für Einzelstücke. Der Nachzügler im März kostet nicht mehr als jeder aus der Sammelbestellung. Das passt zu Geschenken und Einzelstücken (Einzelstücke & Geschenke) und zu allem, bei dem jedes Stück anders ist.
Oft ist die Antwort beides. Im Verein ist das Wappen gestickt, Namen und Nummern sind geplottet. So bleibt das Wappen über Jahre gleich, und wer mitten in der Saison dazukommt, bekommt sein Trikot einzeln nachgelegt (Für Vereine).
Ein paar Beispiele
So sieht das in der Praxis aus, wenn man die vier Fragen zusammennimmt:
- Polo mit Firmenlogo auf der Brust: gestickt. Das Logo sitzt links, etwa 8–10 cm breit, und sieht bei der Nachbestellung genauso aus wie beim ersten Mal.
- Trikot für den Verein: Wappen gestickt, Name und Rückennummer in Flex.
- Abschluss-Shirts mit allen Namen auf dem Rücken: Folie. Das Motiv ist groß, jedes Shirt bekommt dieselbe Liste, und gestickt würde die Fläche schwer und steif.
- Kochjacke oder Kasack mit Namenszug: gestickt, weil beides jede Woche in die Wäsche geht. Ein Kasack ist das Oberteil aus Pflege und Praxis, die Kochjacke das aus der Küche.
- Einsatzjacke der Feuerwehr: weder noch. Bestickt wird der Klettstreifen, nach Maß.
- Kissen mit dem Foto vom Hund: heute noch schwierig, später ein Fall für DTF. Der Hundename allein geht schon jetzt, in Garn oder in Folie.
Die genauen Größen stehen jeweils im Angebot.
DTF, Flex oder Sticken?
Flex und DTF werden beide mit Hitze aufgepresst. Der Unterschied liegt davor: Flex wird geschnitten, DTF wird gedruckt. Flex hat pro Schicht genau eine Farbe und klare Kanten — dafür ist es gemacht: Namen, Nummern, Schrift. DTF bringt ein ganzes Motiv mit allen Farben, Verläufen und feinen Details in einem Schritt auf den Stoff. Beides liegt als Schicht auf dem Textil. Die Stickerei dagegen sitzt im Stoff, weil jeder Stich durch ihn hindurchgeht.
Heute biete ich Sticken sowie Flex und Flock an. DTF ist in Vorbereitung, einen Termin nenne ich erst, wenn er feststeht. Hast du ein Motiv, das eigentlich nach DTF verlangt, schick es trotzdem — dann sage ich dir, was heute schon geht.
Weniger gut bei
Fotos und Farbverläufen — heute noch. Weder Garn noch geschnittene Folie geben ein Foto wieder. Dafür ist der DTF-Druck gedacht, und für den gibt es noch keinen Termin.
Du weißt nicht, welches Verfahren passt? Schick mir das Motiv — ich sage es dir.Oder direkt: 0176 40903325 (auch WhatsApp)
Motiv schickenSchick mir dein Motiv — ich sage dir, was daraus wird.
Inga Frahm · 04873 210 985-0 · 0176 40903325 (auch WhatsApp) · moin@stickundplott.de · Werkstattbesuch nach Absprache
