Vom Logo zur Stickdatei — was dazwischen passiert.
Ein Logo ist noch keine Stickdatei. Damit eine Stickmaschine es sticken kann, wird es einmal in Stiche übersetzt — das nennt sich Punchen. Hier steht, was dabei passiert, welche Datei du mir schicken solltest und auf welche Textilien das Ergebnis passt.
Was ist eine Stickdatei?
Eine Stickdatei ist kein Bild, sondern eine Arbeitsanweisung für die Stickmaschine. Darin steht jeder einzelne Stich: wo die Nadel einsticht, in welche Richtung der Faden läuft, in welcher Reihenfolge die Flächen entstehen und wann das Garn wechselt.
Eine Bilddatei beschreibt, wie dein Logo aussieht. Die Stickdatei beschreibt, wie es entsteht. Mit einem Bild kann die Maschine nichts anfangen — sie erkennt keine Buchstaben und keine Kanten, sie fährt Stich für Stich ab, was in der Datei steht. Deshalb wird aus deinem Logo erst eine Stickdatei, bevor die Nadel den ersten Stich macht.
Was beim Punchen passiert
Punchen heißt, ein Motiv in Stiche zu übersetzen. Das ist keine Umrechnung auf Knopfdruck, sondern eine Reihe von Entscheidungen:
- Stichart: Schrift und schmale Formen bekommen meist Satinstich — dicht nebeneinanderliegende Fäden, die quer über die Form gespannt sind und leicht glänzen. Größere Flächen werden mit Füllstich ausgelegt, Reihe für Reihe.
- Unterlage: Unter die sichtbaren Stiche kommt eine erste Lage, die den Stoff glatt hält. Ohne sie sinkt das Garn ein, und die Kanten werden unruhig.
- Richtung: Garn glänzt je nach Richtung anders. Zwei Flächen in derselben Farbe wirken deshalb heller oder dunkler, je nachdem, wie ihre Stiche liegen.
- Reihenfolge: Die Maschine soll wenig springen und selten die Farbe wechseln. Jeder Farbwechsel kostet Zeit, jeder lange Sprung einen Fadenschnitt.
- Stoff: Ein Frotteehandtuch braucht andere Einstellungen als ein glattes Polo, weil die Schlaufen die Stiche sonst verschlucken.
Am Ende steht eine Datei, die zu deinem Motiv, zur Größe und zum Stoff passt. Für dein Logo gibt es sie deshalb nicht fertig zu kaufen — sie wird einmal dafür gemacht.
- 1Dein Logo
Eine Bilddatei. Am besten eine Vektordatei — .ai, .eps, .pdf oder .svg. Ein JPG geht als Ausgangspunkt.
- 2Punchen
Das Logo wird in Stiche übersetzt: Reihenfolge, Richtung, Dichte, Garnfarben. Handarbeit am Rechner.
- 3Die Stickdatei
Das Ergebnis ist eine Maschinendatei. Sie wird einmal erstellt und einmal berechnet.
- 4Jedes Mal gleich
Die Datei bleibt hier liegen. Stück 4 im dritten Jahr sieht aus wie Stück 1.
Warum die Stickdatei nur einmal anfällt
Die Stickdatei entsteht einmal und wird einmal berechnet. Danach bleibt sie in der Werkstatt hinterlegt, zusammen mit der Position auf dem Kleidungsstück und den Garnfarben. Jede Nachbestellung läuft mit denselben Angaben und fällt deshalb identisch aus. Der neue Kollege bekommt in drei Jahren dasselbe Logo an derselben Stelle wie alle anderen — mehr dazu unter Für Betriebe.
Was die Stickerei kostet, hängt an drei Dingen: an der Größe, an der Zahl der Stiche und an der Zahl der Farben. Bei vielen Farben wird es aufwendig. Eine feste Zahl nenne ich hier deshalb nicht. Du bekommst sie im Angebot, getrennt nach Stickdatei und Stückpreis.
Eine Stickdatei ist für eine bestimmte Größe gebaut. Stark vergrößern oder verkleinern lässt sie sich nicht ohne Weiteres, weil die Stiche sonst zu dicht oder zu locker liegen. Soll dein Logo einmal klein auf die Brust und einmal groß auf den Rücken, steht im Angebot, was das bedeutet.
Die Datei selbst bleibt bei mir. Berechnet wird das Einrichten für die Fertigung in der Werkstatt, nicht die Überlassung der Datei; eine Herausgabe ist gegen gesonderte Vereinbarung möglich.
Welche Datei du für eine Stickerei schicken solltest
Wenn es sie gibt: eine Vektordatei. Das ist eine Grafik, die aus Linien und Flächen besteht statt aus Bildpunkten. Du erkennst sie meist an den Endungen .ai, .eps, .pdf oder .svg. Eine Vektordatei bleibt in jeder Größe scharf, und jede Kante ist eindeutig — genau das braucht das Punchen.
Nicht jede PDF ist allerdings eine Vektordatei. Steckt darin nur ein eingefügtes Foto des Logos, ist es ein Bild aus Bildpunkten in anderer Verpackung. Ob es passt, sehe ich beim Öffnen. Die Vektordatei hat meist, wer dein Logo gestaltet hat — frag bei der Agentur nach oder bei der Druckerei, die deine Visitenkarten gemacht hat.
Du hast nur ein JPG, ein PNG oder ein Foto? Das reicht als Ausgangspunkt. Fotografiere das Logo dann gerade von vorn, bei Tageslicht und ohne Spiegelung, und so nah, dass es das Bild füllt. Je klarer die Vorlage, desto weniger muss beim Punchen geraten werden. Schicken kannst du alles über das Anfrageformular.
Was vor dem ersten Stich geklärt wird
Gut wird es bei klaren Formen, deutlichen Kanten und wenigen Farben: Firmenlogos, Vereinswappen, Namenszüge. Schwierig sind sehr feine Linien, Farbverläufe und Fotos. Große, vollflächige Motive werden als Stickerei schwer und steif — ein großes Rückenmotiv ist in Folie meist besser aufgehoben. Wann welches Verfahren passt, steht im Ratgeber Sticken oder drucken.
Häufig lässt sich ein Motiv leicht vereinfachen, ohne dass es an Wiedererkennung verliert: eine Linie etwas kräftiger, ein Verlauf als zwei Farbtöne, eine sehr kleine Unterzeile weggelassen. Das sage ich dir vorher. Und bevor eine Serie läuft, bekommst du ein Freigabemuster, an dem du siehst, wie dein Motiv gestickt aussieht. Erst nach deiner Freigabe geht es weiter.
Welche Textilien man besticken kann
Besticken lässt sich, was sich in einen Stickrahmen spannen lässt und die Stiche trägt. Das sind zum Beispiel Polos, Hemden, Jacken, Fleece und Softshell, Sweatshirts und Hoodies, Caps, Schürzen, Kochjacken und Kasacks — die Oberteile aus Küche, Pflege und Praxis. Dazu kommen Handtücher, Taschen und Kissen.
Weniger gut geht es auf sehr dünnen, stark dehnbaren Stoffen wie leichten Funktionsshirts: Dort kann sich der Stoff um die Stickerei zusammenziehen. Bei Regenjacken mit Membran ist jeder Stich ein kleines Loch — ob das an der Stelle stört, kläre ich vorher mit dir. Und was sich nicht aufspannen lässt, etwa eine fertig genähte, gepolsterte Tasche, wird schwierig.
Einsatzkleidung, die schützt, bleibt unangetastet. Einsatzjacken und -hosen der Feuerwehr sind geprüfte Schutzausrüstung, und jede Naht durchstößt die Sperrschicht. Namenszüge kommen auf die Klettstreifen, die der Hersteller dafür vorsieht — mehr unter Feuerwehr, THW und Rettungsdienst.
Die Textilien kannst du mitbringen oder schicken, oder ich besorge sie über einen Textilgroßhändler. Wie es mit eigener Ware läuft, steht unter Eigene Textilien besticken.
Weniger gut bei
Fotos, Farbverläufen, haarfeinen Linien und großen vollflächigen Motiven. Garn kann nicht verlaufen, jeder Faden hat genau eine Farbe, und viele Stiche auf großer Fläche machen den Stoff schwer und steif. Große Flächen gehören deshalb eher in Folie, Verläufe lassen sich oft vereinfachen.
Schick mir dein Logo — ich sage dir, ob es sticktauglich ist.Oder direkt: 0176 40903325 (auch WhatsApp)
Logo schickenSchick mir dein Motiv — ich sage dir, was daraus wird.
Inga Frahm · 04873 210 985-0 · 0176 40903325 (auch WhatsApp) · moin@stickundplott.de · Werkstattbesuch nach Absprache
